Alex von Falkenhausen – Fahrt gut um Landshut!

Ein Hauch von Mille Miglia am Landtor: Siata 300 Barchetta Competizione
Zum 29. mal veranstaltet die Scuderia Isar die Alex von Falkenhausen Classics — mit ihren vielen hochwertigen Oldies mal wieder ein Highlight im Klassiker-Kalender.

Die Besitzer von historischen Fahrzeugen kann man grob in zwei Typen einteilen: Die einen sperren ihren Schatz, oft zusammen mit vielen anderen, in eine Garage, in der eine High-Tech-Anlage das perfekte Klima erzeugt, die Automobile vor neidischen Blicken sicher sind, und warten auf eine Wertsteigerung.

Die anderen geben ihrem Schätzchen den Auslauf, den ein Fahrzeug (das Wort kommt übrigens von „fahren“ und nicht von „stehen“) nun mal braucht. Wetter, Wind und Regen dürfen da nicht stören, da muss es durch. Sie freuen sich über anerkennende Blicke anderer Autofahrer und Passanten. Diese Oldtimer-Fahrer, unter denen es besonders viele Cabriolet-Kenner gibt, kann man beispielsweise im Juli rund um Landshut antreffen.


Dort startet die Scuderia Isar e.V. im Hochsommer jährlich die Falkenhausen Classics, eine über etwa 300 Kilometer führende Rallye mit gut 70 Veteranen der Automobil-Geschichte. Ein Fahrfest für die gesamte Region, das die Altstadt von Vilsbiburg sogar mit erweiterten Ladenschlusszeiten honoriert. An automobilen Highlights wird es reichlich zu bewundern geben – wie schon die Bilanz des Vorjahres zeigt. Da glänzte beispielsweise ein BMW 321 von 1939, den der Fahrer in noch reichlich lädiertem Zustand übernommen und selber fertig restauriert hatte. Oder ein Horch 830 Gläser Cabriolet von anno 1934 – gekauft und zurückgeführt von einem ehemaligen US-Soldaten, der es über den Großen Teich geschippert hatte. Fünf Jahre dauerte es alleine, die Ersatzteile für den technisch verwahrlosten Wagen zusammen zu bekommen. Lohn der Mühe: Der Sonderpokal in der Wertung „Besonderes Fahrzeug“. Ebenfalls ein Hingucker: Ein Ferrari Dino 246 GTS. Den in den 70-ern gebauten Sportwagen erkennen nur Connaisseurs als Ferrari – er trägt weder den Schriftzug noch das springende Pferd aus Maranello.

Links: perfekt restauriertes Liebhaberstück: ein Horch 853, Jahrgang 1936. Rechts: Ford Thunderbird in auffälliger Lackierung.

Auch in diesem Jahr werden wieder viele liebevoll restaurierte, seltene Fahrzeuge durch die schöne Gegend auf Route um das 1. Niederbayerische Automobil- und Motorradmuseum Adlkofen rollen. Als ältestes Mobil etwa ein offenes Amilcar C4 von 1921, das 18 PS aus seinem Hubraum von nicht mal 900 Kubikzentimetern entwickelt (Downsizing ist keine Erfindung der Gegenwart). Mit der zehnfachen Leistung kommt ein Mercedes-Benz S von 1927 daher. Ein 1955er Ford T-Bird, ein Porsche 356 Speedster Carrera von anno 1957 sowie ein 550 Spyder aus demselben Jahr und noch viele mehr: Die Fahrzeug-Liste wie ein besonders lecker angerichtetes Buffet für automobile Genießer, und unter denen besonders Cabriolet-Fans.

Für die gibt es noch ein besonderes Schmankerl – allerdings neueren Datum: Als Vorausfahrzeug stellt BMW ein Hybrid-Sportwagen i8 Roadster, der bis dahin wohl noch ein eher seltener Anblick auf öffentlichen Straßen sein wird. Über solche führt auch die gesamte Rallye – die allerdings wie üblich keine Rennsport-Veranstaltung ist, sondern die bei den einzelnen Wertungsprüfungen den Teilnehmern vor allem Zeit- und Taktgefühl abverlangt.

Trotzdem dürften manchen der betagten Mobile zwei anstrengende Tage bevorstehen. Damit sie auch tatsächlich gut über die Runden kommen, hält die Scuderia Isar natürlich eine schnelle Service-Truppe bereit. „Das geht manchmal schon nach der zweiten Kurve los“, berichtet Organisations-Leiter Christian Verschl. Für Zuschauer, die eines bestimmten Fahrzeuges wegen in die Landshuter Region reisen, hat er deshalb einen guten Rat: „Kommen Sie möglichst früh – es kann ja sein, dass das Auto den Samstag nicht überlebt.“

Und Leo DaCabrio ist natürlich bei seiner Heim-Rallye wieder mit seinem Austin Healey MKII 3000 dabei und kämpft wie jedes Jahr mit seiner Co-Pilotin Angela Hopper wieder um einen der begehrten Pokale.

Ob es geklappt hat, könnt ihr dann in der September-Ausgabe von Cabriolife lesen.

Text: Hartmut Adam

Fotos: Automuseum Adlkofen, Christian Verschl

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