Hamburg-Berlin-Klassik – Die 10. Oldtimer-Rallye

Die 10. Hamburg-Berlin-Klassik führte diesmal nicht in die Hauptstadt
Wo bitte geht’s denn hier nach Berlin?

Blauer Himmel, Sonne satt, 790 Kilometer Landstraße und 22 Wertungsprüfungen. Cabriolife-Chefredakteur Leo DaCabrio und Redakteurin Renate Freiling gingen bei der zehnten Auflage der Rallye Hamburg-Berlin-Klassik im Team Autostadt rund um Geschäftsführer Otto F. Wachs an den Start. Zehn besondere Volkswagen-Klassiker der ZeitHaus-Sammlung und weitere rund 170 Young- und Oldtimer, besetzt mit ehemaligen Rallyemeistern, Schauspielern und anderen VIPs, starteten Ende August am Hamburger Fischmarkt. Die Route der Hamburg-Berlin-Klassik führte in diesem Jahr von Hamburg über Wolfsburg und Lübeck zurück nach Hamburg.

Pünktlich zum Start am 24. August brach an der Alten Fischauktionshalle die Sonne durch die Wolken. Abkühlung brachte da erst wieder eine kurze Pistenrunde im Bispinger Snow Dome. Am Abend war die Autostadt in Wolfsburg das Tagesziel. Die Park- und Lagunenlandschaft war gespickt mit zahlreichen automobilen Klassikern, die die Autostadt in ein Open-Air-Museum verwandelten.
Am Freitag ging es über die Baumkuchenstadt Salzwedel zurück nach Norden. Ein kleiner Ort in Holstein gewährleiste, dass auch die 10. Hamburg-Berlin-Klassik ihrem Namen alle Ehre machte: Das älteste Berlin der Welt. Danach wartetet die „Königin der Hanse“, das traditionsreiche Lübeck, mit einem lauen Sommerabend direkt am Ufer der Trave auf das Fahrerfeld. Nach insgesamt sechs Etappen erreichten die Teilnehmer am Samstag das Ziel im historischen Hamburger Auswandererhafen Ballinstadt.


Cabrio-Fan Hans Hamer startet beim Premium- Sponsor AUTOSTADT in Wolfsburg: trotz Regen mit offenem Verdeck.

„Drei Tage bei bestem Wetter und 180 automobile Klassiker im sportlichen Rallye-Einsatz. Mehr kann man sich bei einem Event wie der diesjährigen Hamburg-Berlin-Klassik kaum wünschen. Die unzähligen Zuschauer entlang der Strecke beweisen, dass die Faszination und Liebe zum Automobil ungebrochen ist“, resümiert Otto F. Wachs, Geschäftsführer der Autostadt, unterwegs im ältesten teilenehmenden Fahrzeug, einem Volkswagen Hebmüller Cabriolet aus dem Jahr 1949.
Wir nutzten die Gelegenheit und fragten unterwegs Piloten und Co-Piloten nach ihren ersten fahrbaren Untersätzen. Manche wussten so einigermaßen noch die Daten, andere erzählten Anekdoten.

Andreas Grimm, Klassikabteilung der Württembergischen:
Bei mir war es ein Porsche 914/4 80 PS in zitronengelb. Ich habe ihn 1979 gebraucht bekommen. Eine geile Kiste, alle Mädchen wollten mitfahren!

Andreas Hornig, Leiter Technik ZeitHaus AUTOSTADT:
Für 600 Mark kaufte ich mir 1980 einen durchgerosteten Golf 1. Farbe: rostbraun, Baujahr 1974. Den habe ich dann wieder flott gemacht und später für 3.500 Mark in Zahlung gegeben, als ich mir einen BMW 316 zulegte.

Ulrich Knieps, Leiter BMW Group Classic:
Ich hatte einen weißen Ford 12 M für 10 Mark. Ich bin sonst immer Motorrad gefahren und suchte etwas für den Winter. Gekauft habe ich ihn bei einem Schreinermeister, der Wagen hatte noch vier Monate TÜV und hat mich gut über den Winter gebracht.

Christian Mathes, Bridgestone:
Da muss ich überlegen – das Baujahr lassen wir weg, oder? Es war ein roter Opel Kadett D SR mit gnadenlosen 75 PS und 13‘‘ Sportfelgen.

Katharina Schuberth:
Käfer, ein grün-gelber Jeans-Käfer. Cabrio? Iiihhh, Sonnenlicht, nein, natürlich geschlossen! Was meinst Du denn, warum ich so gute Haut habe?

Mario Ketterer, ehemaliger Bergrennmeister:
Fiat 770, er war rot, zweitürig und hatte das Baujahr 1969.

Otto F. Wachs:
Peugeot 204 Limousine, Baujahr 1968 oder 1969, danach hatte ich einen 304 Coupé, beige, dann als Cabriolet in Rot und danach nur Käfer Cabrio – aus gewerblichen Gründen.

Christian Geistdörfer, Rallyeweltmeister:
Mein erstes Auto war ein VW 1600 Variant in Weiß, Baujahr 1968.

Peter Göbel, 5-facher Rallyemeister, Organisator der HBK und Veranstalter der Sauerland Klassik:
VW Derby, 1980, in Silber. Den habe ich aus Versehen verschrottet. Ich rutschte auf einer abschüssigen Straße auf Schotter an einer T-Kreuzung 40 Zentimeter über die Haltelinie. Dummerweise kam einer von links, der genau auf der Haltelinie fuhr. Der ist mir dann vorne durchs Auto gefahren.

Bernd Wieland, Chefredakteur AutoBild Klassik:
Ein silbernes Käfer Cabrio 1303, Baujahr 1978, das habe ich mir durch Mitarbeit an einem Daimler-Fließband erspart.

SKH Prinz Leopold von Bayern, ehemaliger Rennfahrer und Markenrepräsentant BMW:
Mein erstes inoffizielles Auto war ein Goggomobil, das hat mir jemand geschenkt, als ich 10 Jahre alt war. Damit bin ich gleich durch den Schlosspark gefahren in Richtung Gutshof. Es waren Kühe unterwegs gewesen und auf einem Kuhfladen kam das Auto ins Rutschen. Da habe ich dann einen Überschlag gemacht. Das war mein erster Totalschaden.

Thomas May-Englert, Deutsche Renault AG Pressesprecher:
Ein DKW Junior in grün mit weißem Dach, aber das Baujahr weiß ich nicht mehr. Ich habe ihn für 50 Mark mit 16 erworben, einen Führerschein hatte ich noch nicht. Gleich als ich ihn neu hatte, bin ich erstmal in einen Jägerzaun gekachelt und habe gelernt, wie man mit einem Frontantrieb umgeht. Dann bin ich damit zwei Jahre in der Eifel immer zum Internat gefahren.

Isolde Holderieth, Rallyeweltmeisterin:
Opel Kadett GSE 1988 in weiß-gelb mit Rallystreifen.

Stefan Wulff, Geschäftsführer der Fa. Otto Wulff, Bauunternehmer und Sponsor:
Das erste Auto war ein Golf 1 mit 50 PS in einem schrecklichen Lindgrün, 1981. Er hatte schon 250 Tausend Kilometer gelaufen, herrlich runtergerockt, aber er hat nochmal 200 Tausend geschafft.

Marius Brune, Geschäftsführer Classic Data:
VW Polo, grün metallic. Baujahr 1985, neu geschenkt bekommen zum Abitur. Und während meines Studiums arbeitete ich nebenbei, um mir ein offenes Auto zu kaufen, das war 1987. Ein Triumph Spitfire, ich sage mal höflich in Kaffeebraun.

Jürgen Rang, Rentner:
Mein erstes Auto war ein Morris Cooper 1000, Baujahr 68. Er war orange mit schwarzem Dach und schwarzer Haube und hatte satte 50 PS.

Yves Scheer, Moderatorin:
Erst bin ich immer im Golf 1 Cabrio meiner Eltern gefahren, dann hatte ich selbst Golf mit WBS-Felgen. Baujahr? Das weiß ich nicht mehr, ich kann Dir nur sagen, welches Baujahr ich jetzt fahre: 1972, einen Porsche 911.

Richy Müller, Schauspieler:
Mein erstes Auto war ein VW Käfer mit 27 PS in rot. Ich kaufte ihn 1973 und das Baujahr war 1964.

Hans Hamer, Verlagsgeschäftsführer Auto, Computer und Sport, Axel Springer SE:
Autobianchi A 112, Baujahr 1980, froschgrün. Ich habe an einem Freitag, dem 13., im Jahr 1981 den Führerschein gemacht und mein Vater hat mir den Autobianchi geschenkt, ich wollte unbedingt diesen Wagen haben.

Matthias Kahle, 7-facher Deutscher Rallyemeister:
Trabant 601 DeLuxe, er war schon 20 Jahre alt, als ich ihn 1989 kaufte. Er war grau und innerhalb eines halben Jahres nichts mehr wert. Aber ich bin weiter mit ihm gefahren.

Hinnerk Schönemann, Schauspieler:
Ich habe den Führerschein mit 17 Jahren in England gemacht und bin dort einen MG Metro gefahren, so ein kastenartiges, bronzefarbenes Ding. Aber mein allererstes Fahrzeug, das ich gefahren bin, war ein Trecker. Damals war ich sechs oder sieben. Es war ein Eigenbau mit einem Wartburg-Motor, und damit man an die Pedale kam, hat man sich Verlängerungen an die Füße gebastelt.

Dirk Hattenhauer, SONAX:
Ich hatte einen Jetta, wie man heute sagt ‚Mark 1‘, in knallrot. Er hatte erst 30 Tausend Kilometer gelaufen, ganz spartanische Ausstattung, Baujahr 1981 oder 1982. Den bin ich solange gefahren bis ich Kohle hatte, etwa drei Jahre.

Reinhard Schade, Oldtimerspendenaktion Lebenshilfe Gießen:
Mein erstes Auto war ein orangefarbener Käfer, Bj. 1962, 34 PS, mit großem Faltschiebedach. Ein wunderschönes Auto, das nach zwei Jahren aufgrund von Rost sein Leben aushauchte, aber den Motor habe ich dann in mein zweites Auto eingebaut – was natürlich auch ein Käfer war.

Text: Renate Freiling

Foto: Matthias Leitzke/Autostadt

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