Länge läuft, Luxus auch – Mercedes S-Klasse Cabriolet AMG S65

Ein bisschen was geht immer noch: Mercedes verpasst dem ohnehin schon luxuriösen S-Klasse Cabrio ein zurückhaltendes Facelift – und Swarovski-Klunker an der Front.

Ein luxuriöses, viersitziges Cabriolet platzieren die Autokonzerne gerne bei ihren Supermarken: BMW bei Rolls-Royce Volkswagen als Bentley. Die einzige Marke, die tatsächlich ihre große, eigentlich als Managermobil konzipierte Limousine erst zum Coupé umschneiderte und dieses noch vom Dach befreite, ist derzeit Mercedes mit dem S-Klasse Cabriolet.

Das passt zum Selbstverständnis der Stuttgarter als führender Anbieter von Frischluft-Autos. Vom Smart Cabriolet bis hin zum AMG-GT Roadster hat Daimler aktuell sieben Fahrzeuge im Programm, bei denen man das Blech- oder Stoffdach wegfalten kann. Und am herrschaftlichsten von allen kommt die S-Klasse daher.


Mit der sanften Überarbeitung des Modells setzte Mercedes setzte noch ein paar Schmankerl für die Schönen und Reichen drauf. So strahlen an den adaptiven LED-Scheinwerfern zum Aufpreis von 3332 Euro nun 47 Swarovski-Kristalle (pro Seite) – das optimale Extra für den Oligarchen, der seiner Geliebten den Wagen zum 18. Geburtstag schenkt. Die Rückleuchten schimmern jetzt (serienmäßig) in organischer OLED-Technik.

Sonst wirkt der große Wagen kaum anders als die bisherige Version. Obwohl auf dem Coupé basierend, präsentiert er sich langgestreckt und elegant. Dass er eines der wenigen viersitzigen Cabriolets ist, das auch den Hinterbänklern menschenwürdigen Platz gewährt, versteht sich von selbst.

Vorne blicken die Insassen nach wie vor auf das riesige, rechteckige Display, wie es aus der Limousine bekannt ist. Manch einer hätte sich vielleicht Instrumente gewünscht, die etwas stilsicherer zu einem offenen Auto passen, aber das hätte sicher das Entwicklungs-Budget gesprengt. Und sonst passt ja alles – von dem hochwertigen Leder zum matt schimmernden Edelholz zeigt das offene S den Passagieren, dass sie hier in der Luxusklasse reisen.

Nun auch mit adaptiven LED-Scheinwerfern.

Geschlossen wirkt das mehrlagige Stoffdach fast wie das des Coupés, so stabil und geräuschdämmend ist es ausgeführt. Hat es sich elektrisch-hydraulisch in 20 Sekunden (und bei bis zu Tempo 50) über dem Kofferraum gelegt, geniessen die Insassen Cabriolet-Feeling der edlen Art. Auf Wunsch schirmen sie gleich zwei Windschotts von zuviel Luftzug ab – neben dem üblichen hinter den Sitzen nämlich eines vorne, ausgeführt als klappbares Profil über der Frontscheibe. Das sieht nicht unbedingt schön aus, aber ist eben mal wieder eine typische Daimler-Innovation zum Wohlergehen der Offenfahrer – wie der einst für den SLK erfundene Nackenföhn in der Sitzlehne, den es natürlich auch für die offene S-Klasse gibt.

Freilich zieht es in ihr während der Fahrt ein wenig mehr als im E-Klasse Cabrio, das über identische Fahrerwärmer verfügt. Die schiere Länge des offenen Raumes setzt den aerodynamischen Tricks ihre Grenzen. Aber wenn es in einem Cabrio gar nicht mehr luftig zuginge, dass könnte man ja auch gleich Bus fahren.

Mercedes S-Klasse Cabriolet AMG S65
  • Motor: V12 Benziner
  • Hubraum: 5980 ccm
  • Leistung: 630 PS (463 kW)
  • LBH: 5032/1900/1420 mm
  • Radstand: 2945 mm
  • Beschleunigung: 0 – 100 km/h in 4,1 Sekunden
  • Top-Speed: 250/300 km/h
  • Verbrauch: 9,2 l/100 km
  • CO2-Emission: 208 g/km
  • Preis: 257.456,50 Euro

Foto: Daimler AG

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