Land Rover Discovery – Schlachtschiff in der Steppe

Utah extrem: Kolosse aus Stahl spannen sich über weite Schluchten.
Utah extrem: Kolosse aus Stahl spannen sich über weite Schluchten.
Mit dem neuen Land Rover Discovery kann man sich ohne große Probleme auch auf unwegsame Pfade wagen, ohne ein Risiko einzugehen. Bewährungsprobe im Land des Großen Salzsees und der halbwilden Mustangs.

34°

Böschungswinkel vorne, 28,3 Zentimeter Bodenfreiheit und 90 Zentimeter Wattiefe – Offroad-Herz was willst du mehr? Die Werte lassen jedenfalls meines höher schlagen und meinen Blutdruck steigen. Dazu die Umgebung in der sich der neue Land Rover
Discovery sichtlich wohl fühlt. Es ist auch keine normale Umgebung. Im Gegenteil. Wir sind in einem Land, in dem ein extremes Steppenklima herrscht. Das heißt, es gibt verhältnismäßig heiße Sommer um 30 Grad Celsius und kalte, schnee-reiche Winter, häufig mit saukalten Temperaturen unter null Grad Cel-sius. Die Fläche dieses Landes


Die größte Herausforderung beim neuen Land Rover Discovery war ein Gelände zu finden, das auch wirklich eine Herausforderung für IHN darstellt. Doch zum Glück gibt es Utah: die perfekte Umgebung für unseren Geröll-Sand-Schnee-Test!
Die größte Herausforderung beim neuen Land Rover Discovery war ein Gelände zu finden, das auch wirklich eine Herausforderung für IHN darstellt. Doch zum Glück gibt es Utah: die perfekte Umgebung für unseren Geröll-Sand-Schnee-Test!

beträgt 219.887 Quadratkilometer und erstreckt sich auf 435 Kilometer von Ost nach West sowie auf 565 Kilometer von Süd nach Nord. 3,25 Prozent der Staatsfläche bestehen aus Wasser, den größten Anteil hat der Große Salzsee. Wir sind im US-Bundesstaat Utah mit 2,855 Millionen Einwohner. Dem Mormonen-Staat. Dem Land mit den bizarren

Coole Britishness und Abenteuerdrang
Coole Britishness und Abenteuerdrang

Felsformationen und halbwilden Mustangs. Hier kann der Discovery zeigen, was in ihm steckt – und er enttäuscht mich nicht. Selbst sein Vorgänger kam nicht durch so tiefes Wasser und über derart hohe Steine. Das Beste aber: Des Discos zahlreiche elektronische Helferlein machen Ausflüge jenseits der Straße zum Kinderspiel. Über den Fahrmodusschalter kann der jeweilige Untergrund vorausgewählt werden, was aber im Grunde nur selten nötig ist; in den meisten Fällen stellt die Auto-Funktion alle Systeme in Sekundenbruchteilen richtig ein. Der Allradantrieb regelt die Kraftverteilung souverän und bedient die einzelnen Sperren, Sensoren messen, wie tief das Wasser ist, durch das man gerade fährt, und auf Wunsch übernimmt der Computer Gasgeben und Bremsen. Dann marschiert der Land Rover mit voreingestellter Geschwindigkeit durchs Gelände und der Fahrer kann sich voll und ganz aufs Lenken konzentrieren, was vor allem beim Klettern über hohe Felsen von Vorteil ist.

Goldsucher, Cowboys und Bordelle

Echtes Wildwest-Gelände ist das hier. Goldsucher, Cowboys und Händler machten um die Jahrhundertwende das Nest Moab zur verrufensten Stadt Utahs. Saloons, Bordelle, Saufgelage, Schießereien, Lynchjustiz – all das mag entlang der Main Street vor 100 Jahren zu sehen gewesen sein. Der Nationalpark mit seinen irrwitzigen Steinbögen liegt gleich im Norden. Im Südwesten des Wildwest-Nestes der Canyonlands-Nationalpark. Denn alles, was man über die Canyons wissen will, kann man von den dortigen Aussichtspunkten erfahren und auf einer Vielzahl ausgewaschener, staubiger, zerschundener Pisten herausfinden, die nach einem Fahrzeug wie dem Discovery verlangen. Erosions-Skulpturen in allen erdenklichen Spielarten der Natur lassen mich staunen. Man blickt in eine Erosionsgalerie mit gezackten, gestuften, gebogenen Felsen in einem roten Sandstein-Sandkasten. Tief unten ein Fluss, der auf Spanisch der „Rotgefärbte“ heißt: der Colorado. Denn rot wird er immer dann, wenn Regenfälle den Sandstein wie aus einem Teebeutel aus der Landschaft in den Fluss waschen. Doch heute ist ein ganz normaler sonniger Tag, an Regen ist schon seit Tagen nicht zu denken. Auf der US 191 westlich der Stadt überquerst du den Colorado auf dem Weg in den Canyonlands-Nationalpark.

Abenteuer und deftiges Essen – das gehört zusammen!

Island in the Sky heißt das Ziel, die Insel im Himmel. Die hat ihren Namen nicht zu Unrecht, ragt sie doch als ein riesiger Steinblock auf, der auf der einen Seite zum Green River, auf der anderen Seite zum Colorado River steil abfällt und göttliche Ausblicke nach allen Richtungen gewährt. Über weite Prärielandschaft führt der Weg auf dem oben völlig ebenen Steinklotz dahin. Am Horizont tauchen Mustangs – die unmotorisierten – auf, die deine rote Staubwolke wohl schon lange gesehen haben. Neugierig warten die Pferde am Wegrand und begutachten dich genau. Du kommst an den Rand des fast geometrischen Riesenklotzes und fährst staunend von einem Aussichtspunkt zum nächsten: Dead Horse Point Overlook, wo einem Cowboy einst die Pferde auf der Weide verdursteten, weil sie den senkrecht unter ihnen liegenden Colorado zwar sehen, aber wegen senkrechter Felswände nicht erreichen konnten. Shafer Canyon Overlook, wo eine wilde Piste von der Insel im Himmel eine senkrechte Felswand hinunter Richtung Colorado River führt.

Rote Staubwolke

Mesa Arch Overlook, wo ein weiter Sandsteinbogen wie ein gigantischer Bilderrahmen in der dazu passenden Landschaft steht. Wie ein monumentales Bauwerk ist diese Landschaft, in der sich Gesteinsschicht über Gesteinsschicht aufbaut. Ausgeräumt und ausgehöhlt vom Erosionskünstler Colorado, der irgendwo da unten wie eine Oase in der Steinwüste fließt. Doch am Fluss bist du noch lange nicht, er liegt noch immer 300 Meter unter dir. Davon kannst du dich überzeugen, denn der Shafer Trail führt nun nahe an den Colorado heran. „The Gooseneck“ heißt eine bemerkenswerte Schleife des Flusses, bei der er sich auf der anderen Seite eines engen Felssattels in der Gegenrichtung fast wieder berührt. Ein Gänsehals könnte tatsächlich kaum verrückter gebogen sein. Schließlich

 
Utah, ein Staat mit den wunderbarsten Abenteuer-Reisezielen der Welt.

erreichst du den Colorado doch noch bei der Weiterfahrt. Fast enttäuscht, dass plötzlich die Asphaltstraße wieder beginnt, die den Fluss aufwärts nach Moab zurückführt. Umrahmt von roten Canyonwänden, wie du sie vorher von oben erblickt hast. Gestaltet vom Colorado River, der da so friedlich neben dir fließt, als ob nichts wäre. Nicht weit davon entfernt liegt eingebettet in diese dramatische Landschaft das Amangiri-Hotel-Ressort, das am Canyon Point in Süd-Utah liegt. Unser Ausgangspunkt zu den Erkundungen mit dem Land Rover Discovery. Es ist ein Haus nach bestem Geschmack. Stylisch elegant mit Blick auf die roten bizarren Sandsteingebilde.

Bis ins letzte Detail souverän

Mit einem SUV ins Gelände ist normalerweise keine allzu gute Idee, sag ich schon immer. Doch spätestens wenn es über Schotterwege oder den verschneiten Pfad zur Skihütte hinausgeht, streichen viele dieser optischen SUV die Segel. Echte Offroader dagegen sind kaum aufzuhalten. Anders sieht es häufig auf Landstraßen oder Autobahnen aus. Straßenlage und Komfort lassen hier mitunter stark zu wünschen übrig. In meinem aktuellen Fall ist das aber anders. Das beweist Land Rover mit dem neuen Discovery. Der kraftvolle Brite hat seine Offroad-Talente bewahrt und neue Onroad-Fähigkeiten hinzugewonnen. Seit April steht der nicht mehr ganz so kantige Disco für mindestens 50.500 Euro beim Händler. Und: auf alle Fälle anschauen, Probe fahren! Es muss ja nicht Utah sein.

Vielfältige Pisten bieten optimalen Fahrspaß.
Anspruchsvolles Gelände – kein Problem für unseren Discovery.
Anspruchsvolles Gelände – kein Problem für unseren Discovery.

Geländetauglich war auch schon die vierte Generation des Offroaders. Wirklich neu sind die Fähigkeiten des neuen Land Rover Discovery auf der Straße: Leise und geschmeidig rollt unser 4,97 Meter langes Schlachtschiff ab und fühlt sich dank 480 Kilogramm

UTAH — The Beehive State: Der Beiname „Bienenkorb“, „Bienenstaat“ erklärt sich daraus, dass die gründenden Mormonen den Bienenkorb als Symbol des Fleißes zum Symbol des Staates bzw. Territoriums machten.
UTAH — The Beehive State: Der Beiname „Bienenkorb“, „Bienenstaat“ erklärt sich daraus, dass die gründenden Mormonen den Bienenkorb als Symbol des Fleißes zum Symbol des Staates bzw. Territoriums machten.

weniger auf den Rippen deutlich agiler an als bisher. Was nicht heißt, dass er jetzt zum Sportwagen mutiert ist. Immerhin: Mit rund 2,1 Tonnen Leergewicht ist er kein Leichtgewicht. Und wer zum Sechszylinder-Diesel greift und sich ausgiebig in der Zubehörabteilung bedient, der gerät schnell in den Gewichtsbereich von 2,6 Tonnen und mehr. Rear-Seat-Entertainment, die beiden elektrisch (und auf Wunsch per App) ausklappbaren Sitze in der dritten Reihe, Navigationssystem, Soundanlage, und, und, und summieren sich eben zu einer stolzen Masse.

Probleme, die Masse in Bewegung zu setzen, hat der V6 aber nicht: 258 PS (190 kW) und bärige 600 Newtonmeter sorgen dafür, dass der Koloss mit der bei allen Discos serienmäßigen Achtgang-Automatik in knapp über acht Sekunden auf Tempo 100 kommt und 209 km/h schnell wird. Das sind keine Spitzenwerte, aber mehr als ausreichend. Ganz so souverän ist der neue Vierzylinder-Diesel Sd4 mit Doppel-Turbo nicht, doch ist das Zwei-Liter-Aggregat mit 240 PS (177 kW) und 500 Newtonmeter nur unwesentlich schwächer als der Td6, was auch die kaum schlechteren Fahrleistungen bestätigen. Große Vorteile bietet er allerdings auch nicht: Zwar ist er auf dem Papier mit 6,3 Liter Durchschnittsverbrauch knapp einen Liter sparsamer, in der Praxis allerdings dürfte der Vorsprung geringer ausfallen. Und auch preislich ist er nicht deutlich attraktiver: 2.000 Euro spart der Verzicht auf die Souveränität des Sechszylinders.

Ein faires Angebot

Merklich günstiger unterwegs ist man mit der 180 PS (132 kW) starken Version des Vierzylinders, die als Td4 (mit nur einem Turbo-Lader) mit 50.500 Euro zwar kein Schnäppchen, aber auf jeden Fall ein faires Angebot ist. Schließlich bekommt man mit dem neuen Disco reichlich Auto: Neben der Möglichkeit, auf Wunsch sieben Passagiere mitzunehmen, bietet der Landy 2.500 Liter Stauraum und jede Menge Annehmlichkeiten. Unter anderem haben die Ingenieure in dem gegenüber dem robusten Vorgänger deutlich wohnlicheren Innenraum je nach Ausstattung bis zu neun USB-Anschlüsse und sechs 12-Volt-Steckdosen verbaut. Außerdem fährt der Discovery mit neuester Navigations- und Unterhaltungs-Technologie vor.

Schier unendliche Weiten, Canyons, Flussmäander und Felsmonumente ... das ist Utah.

Typisch Land Rover: Auch beim Infotainment haben die Ingenieure an die Offroad-Abenteurer gedacht. Auf dem riesigen Bildschirm in der Mittelkonsole lassen sich unter anderem die Stellung der Räder und die aktuellen Steigungs- und Kippwinkel des Fahrzeugs anzeigen. Und es gibt einen eigenen Menüpunkt, über den die exakten Abmessungen des Discovery abgerufen werden können. Das erspart im Ernstfall den Blick ins Handbuch und ist im Gelände und vorm Großstadt-Parkhaus gleichermaßen praktisch.

Land Rover Discovery 2.0 Sd4
  • Vierzylinder Reihenmotor
  • 240 PS (177 kW)
  • 500 Nm bei 1.500 U/min
  • ZF 8-Gang Automatik
  • 0-100 km/h in 8,3 sec
  • 207 km/h
  • 4.970/2.220/1.846 mm
  • 6,3 l (Diesel)/100 km
  • 165 g/km
  • ab 54.400 Euro
  • www.landrover.com
Hotel-Tipp: Hotel Amangiri Resort

Inmitten der atemberaubenden Landschaft von Utah liegt das Amangiri Resort, welches zu der renommierten luxuriösen Hotelgruppe gehört. Es liegt im Herzen des Grand Circle und in der Nähe von einigen der prächtigsten Naturschutzgebiete des Kontinents, darunter der Grand Canyon, der Bryce Canyon, der Zion Nationalpark und das Monument Valley. Das Resort verkörpert auf 243 Hektar eine klare Schönheit. Geräumig und mit klaren Linien und natürlichen Materialien ausgestattet, reflektieren die Suiten die leuchtenden Eindrücke der umliegenden Wüste. Zu den Design-Merkmalen gehören weiße Steinböden, Betonwände, natürliche Hölzer und Armaturen in geschwärztem Stahl. Jede Suite verfügt über eine Außen-Lounge mit Kamin, privatem Pool und unvergleichbarem Wüstenblick.

Exklusive Location: Das Hotel Amangiri Resort

 

Text: Hartmut Adam

Fotos: Jaguar Land Rover Deutschland GmbH, Hotel Amangiri

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