Maare, Vulkane und Boliden– Oldtimer-Wandern in der Vulkanregion Eifel

Volks-Party: In Samba-Bussen sind stets die geselligsten Oldtimer-Fans unterwegs.
Wer kennt ihn nicht, den legendären, mit dramatischen Motorsport-Szenen behafteten Nürburgring. Über die Zäune des Motodroms hinaus ist das Mittelgebirge der Eifel jedoch nicht ganz so lebhaft bewandert wie innerhalb. Der ADAC Nordrhein hat die vielen verschlafenen und idyllischen Landstriche wiederentdeckt und richtet vom 26. bis zum 29. Juli die ADAC Rheinlandfahrt für Motorräder und vom 23. bis zum 26. August 2018 seine ADAC Eifelrundfahrt neu aus.

Zwischen Aachen im Norden, Trier im Süden und Koblenz im Osten führen die Oldtimer-Wander-Touren auf für historische und klassische Automobile geeigneten Straßen durch die Nordeifel, die Vulkaneifel und ins Ahrtal. Der Start- und Zielort ist in diesem Jahr für beide Veranstaltungen die Kreisstadt Euskirchen, rund 25 Kilometer von Bonn und 40 Kilometer von Köln entfernt in der Nordeifel. Der Landkreis bietet eine Vielzahl an Ausflugszielen: Das historische Heilbad Bad Münstereifel, eines der größten vollbeweglichen Radioteleskope der Erde in Effelsberg, eine römischen Aquäduktbrücke in Mechernich, Dutzende Schlösser und Burgen, Seen und Talsperren sowie Kirchen und Klöster.

Klimatisch, geographisch und geologisch hat die Eifel ihre Eigenarten. Die höchste Erhebung ist der Vulkankegel Hohe Acht mit 746,9 Metern über dem Meeresspiegel. Als Teil des Rheinischen Schiefergebirges gehört die Eifel zu Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, und grenzt im Westen an Belgien und Luxemburg. Im Osten und Süden wird sie vom Rhein- und Moseltal begrenzt. Die Hochfläche des Rumpfhochlands durchziehen im westlichen Teil einzelne, bis zu 700 Meter hohe Bergrücken wie die Schneifel oder das Hohe Venn. Im Ostteil erheben sich in der Hohen Eifel und der Vulkaneifel einzelne Schlackenvulkane und Basaltkuppen wie die Hohe Acht und der Ernstberg. Die zur Mosel, Rhein und Maas hin fließenden Flüsse wie Our, Kyll, Ahr, Brohl und Rur haben zum Rand der Eifel hin tiefe Täler in die Landschaft geschnitten.


Die Eifelrundfahrt zeichnet sich durch eine Vielfalt der vertretenen Automobilmarken aus mehreren Nationen aus.

Die über 5.300 Quadratkilometer große Eifel hat also schon allein an natürlichen Ressourcen viel Sehenswertes zu bieten. Um so viel wie möglich davon erfahren zu können, beträgt die tägliche Basistour der ADAC Eifelrundfahrt für Oldtimer etwa 200 Kilometer. Teilnehmer mit älteren Fahrzeugen können auch kürzere Routen nehmen, die ebenfalls ausgewiesen und komplett mit drei Zeichen für ‚links‘ (Kreis), ‚rechts‘ (Quadrat) und ‚geradeaus‘ (Dreieck) beschildert sind. Oldtimer-Wandern bedeutet eben stressfrei, entspannt, ohne Zeitdruck und ohne Orientierungsprobleme die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten genießen. Die Tagesetappen sollten lediglich innerhalb der in den Bordkarten vorgegebenen Zeitfenster zurückgelegt werden. Die Kontrollstellen – statt Wertungsprüfungen ‚Wanderpausen‘ genannt – sind nur innerhalb der in der Bordkarte angegebenen, großzügig bemessenen Zeitfenster geöffnet. Dort sind Fragen zu Oldtimern, den Oldtimer-Wander-Touren und der Region zu beantworten oder Geschicklichkeitsaufgaben zu meistern.

So sorgt das drei Tage dauernde Programm nicht nur für reichlich Abwechslung und einen unterhaltsamen Wettbewerb, sondern auch für Spaß, Erholung, Genuss und Entschleunigung in einer der schönsten Gegenden Deutschlands. Seit 2004 ist ein Teil der Nordeifel als Nationalpark Eifel ausgewiesen. Das Rheinland, Hohes Venn-Eifel, Vulkaneifel und Südeifel durchziehen die Deutsche Vulkanstraße, die Deutsche Wildstraße, die Ferienstraße Südeifel und die Grüne Straße Eifel-Ardennen im Osten und Süden. Die Kulisse für die historischen Fahrzeuge bis zum Baujahr 1988 könnte kaum schöner und vielfältiger sein. Die Eifel ist von zahlreichen Bächen und kleineren Flüssen durchwoben. Der Rursee, der volumenmäßig zweitgrößte Stausee Deutschlands, der Urftsee und die natürlichen Seen vulkanischen Ursprungs, die Maare, sorgen für eine abwechslungsreiche Wasserlandschaft in der Eifel. Der größte Maar ist der Laacher See, ein eingestürzter, wassergefüllter Vulkaneruptionskessel, den man in einer guten Stunde auch zu Fuß umrunden kann.

Rechts: Die Fahrt durch Weinanbaugebiete lassen auf die abendlichen Genüsse schließen.

Klimatisch gehört die Eifel zum atlantischen Bereich mit relativ hohen Niederschlägen. Die Sommer sind oft feucht und angenehm kühl. Vorherrschende Windrichtung ist West-/Südwest. Relativ trockenes und milderes Klima herrscht im Wind- und Regenschatten der Hocheifel. Im Juli und August ist es in der Regel angenehm warm. Die Regionen Nordeifel, Vulkaneifel und Ahr bieten somit gute Voraussetzungen für die Klassiker des letzten Jahrhunderts – egal, ob mit zwei, drei oder vier Rädern. Ebenso traumhaft wie die Umgebung sind für Oldtimer-Liebhaber sicher auch die Teilnehmerfelder anzusehen. Vorkriegsklassiker, Autos und Motorräder aus der Wirtschaftswunderzeit, Sportwagen und Youngtimer dürften eine bunte Mischung bilden. Neben den Technik-Enthusiasten begeistern sich auch immer mehr Natur- und Kulturliebhaber für die beiden Veranstaltungen. Zugelassen werden pro Veranstaltung allerdings nicht mehr als 80 Fahrzeuge.

Der Begriff „Kraftfahrzeug-Wandern“ entstand bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Presse schwärmte damals: „Das Wandern mit dem Kraftfahrzeug ist Verbindung von Motorfahren und Kultur, von Natur und Technik, ist ein Erlebnis der Natur durch die Technik, eine Zeitlosigkeit und ein glückliches Sich-leiten-lassen von der Landschaft, von der Sonne, von der Natur.“ In Anlehnung an diese Umschreibung hat der ADAC den Begriff „Oldtimer-Wandern“ kreiert und lässt diese Tradition seit 2003 erfolgreich wieder aufleben.

ADAC Eifelrundfahrt
Oldtimer-Wandern mit historischen Automobilen, 23. – 26. August 2018
ADAC Rheinlandfahrt
Oldtimer-Wandern mit historischen Motorrädern, 26. – 29. Juli 2018

 

Text: Renate Freiling

Foto: ADAC Nordrhein

No Comments Yet

Comments are closed

Cabriolife-Logo