Milder Hybrid Antrieb – Fiat 500 und Fiat Panda

Als Varianten mit Mild-Hybrid-Antrieb sollen die gerade in der City beliebten Fiat-Modelle 500 und Panda neu durchstarten. Ob das gelingt, klärt eine erste Probefahrt.

 

Bis jetzt hielt sich Fiat aus dem Hype über die Elektrifizierung der Autos raus. Mit dem neuen Fiat Panda, das Model feiert in diesem Jahr übrigens 40. Geburtstag, und dem Fiat 500 wird das anders. Beide Fahrzeuge gibt es jetzt mit dem sogenannten Mild-Hybrid Antrieb. Hier wird ein E-Motor zur Effizienzsteigerung genutzt.

 

Im Fahrzeug befindet sich eine Lithium-Ionen-Batterie mit 11 Ah, die beim Bremsen, Ausrollen und Bergabfahren durch Rekuperation aufgeladen wird. Eine externe Auflademöglichkeit, wie bei einem Plug-in-Hybrid, gibt es bei dieser Motorvariante nicht. Angetrieben werden die Fahrzeuge mit einem komplett neuen Aggregat aus dem Hause Fiat mit einem 1 Liter Hubraum Benziner mit 51 kW (70 PS) und einem Riemen-Starter Generator,  der über ein Riemensystem mit der Kurbelwelle verbunden ist und je nach Situation entweder den Verbrenner unterstützt oder als Stromerzeuger arbeitet, und den oben erwähnten E-Motor. Beim Rollen mit eingelegtem Gang erzeugt der Riemen-Starter-Generator durch Rekuperation elektrische Energie, mit der die herkömmliche 12-Volt-Bordbatterie sowie die zusätzliche Lithium-Ionen-Batterie (12 Volt, 11 Ah) aufgeladen werden. Beim Fiat 500 Hybrid ist diese unter dem Fahrersitz, beim Fiat Panda Hybrid hinter der Rücksitzbank verbaut. Wird nun das Bremspedal betätigt, wird die Leistungsaufnahme des Riemen-Starter-Generators erhöht, er unterstützt damit im Hintergrund die mechanische Bremse. Hierbei wird ebenfalls Energie rekuperiert. Auf ein Automatikgetriebe hat Fiat hier verzichtet, wahrscheinlich aus Kostengründen, und bietet nur ein manuelles Sechsgang-Getriebe an. Hier muss der Fahrer selbst mitdenken und geschickt schalten, damit das Sparpotential des Mild-Hybrid´s auch bestens ausgenutzt werden kann. Ein wenig Hilfe erhält der Fahrer aber durch Hinweise in Cockpit. Beim Fiat 500 Hybrid unterstützt eine Animation im zentralen Kombiinstrument. Eine weitere Anzeige stellt das Verhältnis zwischen Laden und Leistungsentnahme dar.  Die Mild-Hybrid-Technologie senkt den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen ohne Nutzung einer externen Stromquelle. Laut Hersteller sinkt der Kraftstoffverbrauch auf durchschnittlich 4,1 Liter pro 100 Kilometer, entsprechend einem CO2-Ausstoß von 93 Gramm pro Kilometer. Das Aggregat ist mit der Emissionsklasse Euro 6d zertifiziert.

 

Große Klappe: Die Raumökonomie gehört zu den großen Stärken des Panda – auf wenig Länge bietet die Karosserie ordentlichen Platz für Insassen und Gepäck.

 

Zum Marktstart bringt Fiat als Sondermodell die „Launch Edition“ für beide Fahrzeuge raus. Hiermit möchte Fiat nicht nur durch den Antrieb einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Sitzbezüge der Edition sind aus dem Recycling Material SEAQUAL® YARN hergestellt, das zu 10 Prozent aus eingesammeltem Plastikmüll aus dem Meer produziert wird, 90 Prozent stammen aus wiederverwerteten Kunststoff aus Quellen an Land. UND: Fiat pflanzt pro verkauften Fahrzeug der beiden Brüder Modelle 5 Bäume in Deutschland an. Erkennungszeichen des Sondermodells ist die Lackierung in der exklusiven Farbe Tau Grün. Der Limousine Fiat 500 Hybrid und das Cabriolet Fiat 500C Hybrid erkennt man an Chromdetails am Fahrzeug  und dem Logo an der B-Säule. Das Armaturenbrett  ist in Wagenfarbe lackiert. Die Limousine ist serienmäßig mit Glasdach ausgestattet, das Cabriolet bietet mit einem elektrischen Verdeck aus schwarzem oder wahlweise grauem Stoff Open-Air-Atmosphäre. Der Panda Hybrid punktet dagegen mit schwarzen Karosseriedetails. Weiterhin verfügt der „Kleine“ über Scheinwerfer mit integrierten Nebelscheinwerfern und Stoßfängereinsätze in Wagenfarbe.   Das Sondermodell des Fiat 500 ist serienmäßig mit 16-Zoll-Leichtmetallräder in Mattschwarz mit weißen Details unterwegs, der Panda dagegen mit 15-Zoll-Rädern im spezifischen Design mit weißen Radkappen. Im Gegensatz zum Antrieb unterscheiden sich die Sondermodelle in der Ausstattung der Konnektivität. Zur Serienausstattung des Fiat 500 Hybrid „Launch Edition“ gehört das Entertainmentsystem UconnectTM 7‘‘ HD LIVE, das über einen hochauflösenden Touchscreen mit sieben Zoll (17,8 Zentimeter) Bildschirmdiagonale bedient wird. Hier sind eine Bluetooth®-gesteuerte Freisprechanlage, Audiostreaming-Fähigkeit, Textvorlese-Funktion, USB-Anschlüsse für externe Musikspeicher wie iPods sowie Bedientasten am Lenkrad integriert. Auch die ist das System mit Apple CarPlay und Android AutoTM von Google kompatibel. Der Fiat Panda „Launch Edition“ ist hier weitaus sparsamer ausgestattet. Hier ist das Radio Uconnect® Mobile mit einer Smartphone-Halterung auf der Armaturentafelinbegriffen, das so komfortabel beispielsweise als Navigationsgerät genutzt werden kann. Über drahtlose Verbindung mittels Bluetooth® ist außerdem das Streamen von Musik oder Hörbüchern möglich.


Innen sehr viel Platz, aber von Außen ist er trodsdem klein und kompakt.

 

Unsere Eindrücke von der Testfahrt: Abgesehen von der bedingt durch die Zylinderzahl anderen Tonalität vermittelt der Hybrid in puncto Kraftentfaltung einen ähnlichen Eindruck wie die Vierzylinder mit 0,2 Litern Hubraum mehr. Allenfalls aus dem Drehzahlkeller zerrt das erneuerte Antriebspaket einen Tick kraftvoller, da zahlt sich der Riemenstarter aus, der im Gegensatz zu den Verbrennern nicht auf Drehzahl angewiesen ist. Für die Stadt reicht der Punch jedenfalls locker, und auch Richtgeschwindigkeit erreichen sowohl 500 als auch Panda recht zügig. Da gibt’s nichts zu meckern. Was sich in der Charakteristik im Vergleich zu den alten Varianten hingegen deutlich geändert hat, ist die Qualität der Schaltbarkeit. So agiert die neue manuelle Sechsgang-Box außerordentlich geschmeidig, Lastwechsel-Ruckeln müsste man schon arg provozieren.

 

Hochglanz: Der Fiat 500 wird serienmäßig mit schicken 16-Zoll-Leichtmetallfelgen ausgeliefert.

 

Fiat 500 & Panda Hybrid – Technische Daten:

  • Maße: Länge: 3,57 (Panda: 3,69) Meter, Breite: 1,63 (Panda 1,66) Meter, Höhe: 1,49 (Panda 1,64) Meter
  • Radstand: 2,30 Meter
  • Kofferraumvolumen: 165 bis 550 (Panda 225 bis 870) Liter
  • 1,0-Liter-Dreizylinder-Otto mit Mildhybrid-Strang
  • 51 kW/70 PS
  • maximales Drehmoment: 92 Nm bei 3.500 U/Min plus 20 Nm elektrisches Drehmoment
  • Sechsgang-Schaltgetriebe
  • Vorderradantrie
  • 0-100 km/h: 13,8 (Panda 14,7) s
  • Vmax: 167 (Panda 155) km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 3,9 l
  • CO2-Ausstoß: 88 (Panda 89) g/km
  • Effizienzklasse: keine Angabe
  • Abgasnorm: Euro 6d

 

Fiat 500 Hybrid (Limousine) und Fiat 500C Hybrid (Cabriolet), die Preise

  • Fiat 500 Hybrid „Launch Edition“, 51 kW (70 PS): 17.990 Euro
  • Fiat 500C Hybrid „Launch Edition“, 51 kW (70 PS): 20.590 Euro

 

Fiat Panda Hybrid, die Preise

  • Fiat Panda Hybrid „Launch Edition“, 51 kW (70 PS): 15.190 Euro

 

Bilder und Text: Fiat

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