Mindestprofiltiefe – So messen Sie richtig

Reifen müssen ein Mindestprofil von 1,6 Millimeter haben. Wie Sie das messen und warum die Mindestprofiltiefe im Ernstfall nicht reicht
Wie viel Mindestprofiltiefe muss sein?

In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist für Fahrzeuge eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern am ganzen Hauptprofil vorgeschrieben. Als Hauptprofil nennt die Vorschrift „die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa 3/4 der Lauffläche einnimmt“. An den äußeren Rändern des Reifens kann die Profiltiefe damit auch weniger als 1,6 mm betragen. Mit Reifen, die am Rand abgefahren sind, sind Sie jedoch nicht mehr o sicher unterwegs. In jedem Fall sollten Sie die Spur Ihres Fahrzeugs in der Werkstatt überprüfen lassen.
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern gilt sowohl für Sommer- als auch für Winterreifen und in der gesamten EU.

Welche Strafen drohen bei abgefahrenen Reifen?

Sind Sie mit Reifen unterwegs, deren Mindestprofiltiefe 1,6 mm unterschreitet, und Sie werden von der Polizei damit erwischt, bekommen Sie ein Bußgeld von 60 € und einen Punkt in Flensburg. Wenn noch Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer dazu kommt, erhöht sich das Bußgeld auf 75 €. Möglicherweise riskieren Sie bei einem Unfall mit abgefahrenen Reifen auch Ihren Versicherungsschutz.


Mindestprofiltiefe bei Nässe – So verlängert sich Ihr Bremsweg

Autos mit abgefahrenen Reifen bremsen deutlich schlechter! Das ist keine Überraschung. Allerdings hat es der Reifenhersteller Continental auch in über 1.000 Versuchen nachgewiesen. Das bedeutet konkret bei regennasser Fahrbahn und einer Geschwindigkeit von 80 km/h: Ein Fahrzeug, dessen Reifen nur die Mindestprofiltiefe aufweisen, kommt erst knapp 19 Meter (!) später zum Stehen als ein Auto mit vollprofilierten Reifen.

Die Mindestprofiltiefe in Deutschand beträgt 1,6 mm. FAT Mobilty Report empfiehlt mindestens 4 mm.
So messen Sie die Profiltiefe Ihrer Reifen

Egal wie Sie messen: Checken Sie die Profiltiefe Ihrer Reifen immer an mehreren Stellen!

  • Euromünze: Stecken Sie eine 1-Euro-Münze in eine Profilrille. Ist das Profil höher als die Goldumrandung der Münze, dann passt alles. Das Profil Ihres Reifens beträgt noch zwischen 3 und 4 Millimeter.
  • Profiltiefenmesser: Genaue Werte erhalten Sie mit einem Profiltiefenmesser, die Sie am Gerät ablesen können. Erhältlich im Autofachhandel, an Tankstellen oder in Werkstätten.
  • Eingebaute Verschleißanzeiger / TWI: Die sogenannte Tread Wear Indicators (TWI) sind kleine Querstege in den Profilrinnen. Ist der Reifen bis zu diesen Stegen abgefahren, ist die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter erreicht. Die Buchstaben TWI oder das Logo des Herstellers sind Teil der Reifenkennzeichnung.
Sind unterschiedlich abgefahrene Reifen erlaubt?

Ja, das sind sie – so lange kein Reifen weniger Profil als 1,6 Millimeter hat. Aber wie immer: Die Sicherheit Ihres Fahrzeugs und seiner Insassen leidet darunter. Kleiner Tipp: Die besseren Reifen kommen auf die Hinterachse.

Text: André Lorenz

Foto: Stephen Reuß (sr-creativity.de)

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