Mischbereifung – viel erlaubt, wenig Sicherheit

Neue Reifen sind teuer, vor allem, wenn gleich ein ganzer Satz angeschafft werden muss. Ist Mischbereifung deshalb eine gute Alternative? Was beim Reifen-Mix erlaubt ist, was nicht und wo die Risiken liegen
Was ist Mischbereifung?

Mischbereifung ist heute ein allgemeiner Sammelbegriff geworden. Mischbereifung meint die Kombination ganz unterschiedlicher Reifentypen: unterschiedlicher Hersteller, Profiltiefe, Reifengröße oder -breite sowie das gleichzeitige Aufziehen von Sommer- und Winterreifen. Entsprechend gibt es bei diesem Thema viel zu beachten, und die Spielräume sind sehr groß.
Der Gesetzgeber dagegen versteht unter Mischbereifung die (verbotene!) gleichzeitige Verwendung von Radial- und Diagonalreifen auf einer Achse Ihres Fahrzeuges. Nachdem es aber Diagonalreifen seit den 1980er Jahren kaum noch gibt, ist das nur noch ein Thema für Oldtimer.

Mischbereifung: Was ist erlaubt?

Grundsätzlich sind alle denkbaren Kombinationen verschiedener Typen, Profiltiefe und Material erlaubt. Sie dürfen sogar Winter- und Sommerreifen mischen – wenn keine winterlichen Straßenverhältnisse herrschen.
Einschränkungen gibt nur bei unterschiedlicher Reifengröße und Reifenbreite, sie sind grundsätzlich verboten:


  • Unterschiedliche Reifengröße: Sie benötigen dafür eine Betriebserlaubnis, die in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (dem früheren Kfz-Schein) in Ziffer 15 dokumentiert ist.
  • Unterschiedliche Reifenbreiten müssen vom Hersteller freigegeben sein.
Was sind die Risiken bei einer Mischbereifung?

Auch wenn Sie bei Reifen vieles dürfen: Es bedeutet nicht, dass Sie damit auch immer sicher sind. Mischbereifung birgt viele Risiken, und das Fahrverhalten Ihres Autos wird mit Sicherheit schlechter. Das sind die größten Risiken:

  • Weniger Fahrstabilität: Durch unterschiedliche Reifen wird Ihr Fahrzeug instabiler. Das kann vor allem bei Nässe und Glatteis gefährlich werden.
  • Höhere Gefahren in Kurven: Mit Reifen, die unterschiedlich auf der Straße haften, steigt das Risiko, dass das Auto in ausbricht.
  • Längerer Bremsweg: Ein Reifen-Mix kann dazu führen, dass sich die Bremswirkung verschlechtert.
  • Mehr Aquaplaning: Die schlechteren Reifen des Fahrzeugs leiten das Wasser nicht so schnell ab wie die guten. Das heißt, bei Aquaplaning kommt das Auto leichter ins Schwimmen.
Mischbereifung auf einem SUV

Auch bei Allradfahrzeugen – Geländewagen oder SUV etwa – gelten der große Spielraum und sämtliche Sicherheitsbedenken zum Thema Mischbereifung wie bei allen Fahrzeugen. Allerdings kann ein Reifen-Mix zu Schäden am Mitteldifferential Ihres Allradlers führen! Deshalb unbedingt die Vorgaben des Herstellers beachten!

Text: André Lorenz

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