Mit dem Porsche Cayenne am Polarkreis

In Lappland ist mit Schnee von Mitte Dezember bis Ende April zu rechnen.
In Lappland ist mit Schnee von Mitte Dezember bis Ende April zu rechnen.
Wir haben bereits Sommer in Europa und doch lohnt sich ein Blick zurück in den Norden und auf den Winter. Denn rutschige Straßen sorgen bei uns oft für chaotische Szenen. Nicht so im finnischen Kemi, rund 200 Kilometer nördlich des Polarkreises. Hier führt Porsche seine Modelle bewusst aufs Glatteis. Die FAT-Redaktion driftete mit.

Es ist nicht nur das Land, wo der Nikolaus, die Rentiere und die Elche leben und die Polarlichter in den schillerndsten Farben am Himmel tanzen. Es ist auch das Land, wo der Winter kalt und harsch ist, zwischen 170 und 200 Tage dauert und wo Temperaturen bis minus 43 Grad keine Seltenheit sind. Finnisch Lappland: Mit gut 100.000 Quadratkilometern die flächenmäßig größte Landschaft Finnlands, wobei ein Großteil des Gebietes über dem Polarkreis liegt und wo auf einen Quadratkilometer Fläche gerade einmal zwei Einwohner kommen. Es ist genau das Land mit den Straßen und den Herausforderungen, wo der Porsche Cayenne S Diesel zeigen kann, was er so drauf hat. Genau der Cayenne S Diesel mit V8-Biturbo-Motor und mit 385 PS (283 kW) unter der Haube, der auf der Straße in 5,4 Sekunden von Null auf 100 spurtet. Und welche Gegend wäre dafür besser geeignet als die Gegend um Kemi, Rovaniemi, Lohiniva oder um Kittilä?

Eine tolle Erfahrung mit ganz viel Spaß auf dem Eis-Parcours und das mit dem Cayenne S.

Hier ganz oben im Norden Europas ist die Ausgangslage bei unserer Ankunft eindeutig: klirrende Kälte und eine weiße Pracht, so weit das Auge reicht. Die Zuffenhausener Sportwagenbauer haben nichts dem Zufall überlassen und den Abenteuerausflug in die Schneewelt Lappland nicht ohne Grund gewählt. Motto: „Nur die Harten kommen in den Garten.“ Und die äußeren Bedingungen sind gemacht für den Kraftmeier aus der Stuttgarter Gegend. Hier kann er seine brachiale Energie auf Räder bringen, kann er zeigen wie PTM und PSM miteinander harmonieren. Deshalb ist uns nicht bange, denn die elektronischen Aufpasser an Bord werden uns auf den schneebedeckten Straßen Lapplands begleiten und immer ein Auge darauf haben, dass wir in der Spur bleiben.
Dafür sorgt bei den winterlichen Straßenverhältnissen vor allem das PSM.


Die Verbindung von Allrad und Stabilisierungsprogramm

Es erhöht die Fahrsicherheit im Grenzfall – der natürlich nicht eintritt. Denn das PSM, merken wir, schaltet bereits in Bruchteilen von Sekunden, als wir auf der schneebedeckten Straße zwischen Kemi und Rovaniemi allzu mutig aufs Gaspedal treten und noch keinen Gedanken an eine mögliche Schleuderfahrt verschwenden. Wir halten Spur, auch der Grip stimmt. Es ist die geniale Verbindung von Allradantrieb (PTM) und Stabilisierungsprogramm (PSM), die uns auf der Straße hält.

Lappland ist eine sehr rauhe und ursprüngliche Landschaft, von der es heißt, man liebt oder hasst sie —dazwischen gibt es nichts.
Lappland ist eine sehr rauhe und ursprüngliche Landschaft, von der es heißt, man liebt oder hasst sie —dazwischen gibt es nichts.

Wie groß der Unterschied zwischen dem Fahren mit und ohne diese elektronischen Helfer ist, zeigt sich auf abgesperrter Strecke ganz in der Nähe von Korvatunturi, dem kleinen Nest, in dem sich der Nikolaus, finnisch Joulupukki, niedergelassen haben soll. Dort haben fleißige Mitarbeiter von Porsche einen Slalomparcours aufgebaut, der im Drift genommen werden soll. Also geht es mit Schwung in Richtung erste Pylone und nach dem Einlenken wird das ausbrechende Auto durch Gas-Stöße und Gegenlenken wieder in die Spur gebracht. Wir erleben, dass die Leistung insbesondere bei Eis und Schnee auf der Straße ankommt. Dafür sorgt die Verbindung von Allradantrieb (PTM) mit dem Stabilisierungs-programm (PSM). Ziel ist es, ein Durchdrehen der Antriebsräder durch PTM zu reduzieren oder ganz zu unterbinden, bevor das PSM eingreifen muss. Dazu verteilt eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung die Antriebskraft zwischen der permanent angetriebenen Hinterachse und der Vorderachse voll variabel.
Grundsätzlich greift PSM in kritischen Fahrsituationen nahe dem Grenzbereich durch selektive Bremseingriffe stabilisierend ein, wodurch die Fahrstabilität insbesondere auf Schnee, Matsch oder Eis steigt.

Lappland und der Nikolaus, das passt einfach

Wir machen den Praxistest und stellen fest: Noch ehe die Hinterräder beim Gasgeben beginnen durchzudrehen, spüren wir, wie von Geisterhand beeinflusst die Lamellenkupplung plötzlich mehr Kraft auf die vorderen Räder verteilt und wir auch bei einer Kurvenfahrt immer eine optimale Seitenführung haben. Kein Wunder: Die Kraft, die an die Vorderräder abgegeben wird, ist fein dosiert.Weil Porsche natürlich ein großes Herz für Freunde des sportlichen Fahrens hat, wird Könnern am Lenkrad – sofern es gewünscht ist – mehr Freiheiten durch den Modus „PSM Sport“ geboten, der größere Gierbewegungen um die Hochachse und höheren Schlupf an den Antriebsrädern erlaubt. Gott sei Dank hatte der Nikolaus zu der Zeit anderes zu tun, als deutschen Motorjournalisten dabei zuzusehen, wie sie sich auf den schneebedeckten Straßen Lapplands versuchten, ihren Fahr-zeugen die letzten Geheimnisse zu entlocken. Mit mehr oder weniger viel Erfolg.

FAT-Chefredakteur Hartmut Adam wollte es genau wissen und ließ den Cayenne übers Eis „fliegen“.
FAT-Chefredakteur Hartmut Adam wollte es genau wissen und ließ den Cayenne übers Eis „fliegen“.
Porsche Cayenne S Diesel
  • Motor: V8-Zylinder-Biturbo-Diesel
  • Leistung: 385 PS (283 kW) bei 3.750 U/min
  • Max. Drehmoment: 850 Nm bei 2.000 U/min
  • Getriebe: Achtgang-Automatik
  • Beschleunigung: 0-100 km/h in 5,4 sec
  • Top-Speed: 252 km/h
  • Länge/Breite/Höhe: 4.855/1.939/1.705 mm
  • Verbrauch: 8,0 l (Diesel)/100 km
  • CO2-Emissionen: 209 g/km
  • Preis: ab 88.275 Euro
  • www.porsche.com

Text: Hartmut Adam

Fotos: Porsche AG

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