Reifenkennzeichnung – So entschlüsseln Sie Ihre Reifen

Reifenkennzeichnung: Jeder Reifen enthält eine Menge Informationen über Größe, Bauart und Sicherheit. Hier erfahren Sie, was die Ziffern und Kürzel bedeuten
Reifenbreite

Die gesamte Reifengröße besteht aus den Angaben zu Reifenbreite, Querschnitt, Bauart und Felgendurchmesser Ihres Reifens. Die Reifenbreite am Beginn dieses Codes wird in Millimeter angegeben und liegt meist zwischen 125 und 335 mm. Die Mehrzahl der Reifen haben eine Breite zwischen 185 und 225 mm.

Querschnitt

Die erste Zahl nach dem Schrägstrich gibt Ihnen den Querschnitt Ihres Reifens an, also das Verhältnis von Reifenhöhe zu Reifenbreite. Reifenhöhe meint hier die Höhe der Seitenwand des Reifens, auch Reifenflanke genannt. Ist der Querschnitt zum Beispiel 55, dann misst die Reifenhöhe 55 Prozent der Reifenbreite.


Bauart

Hier werden mit einem Buchstaben Radial- und Diagonalreifen unterschieden. Heutzutage kommen aber fast nur noch Radialreifen vor, Diagonalreifen sind seit den 1980er Jahren nicht mehr verbreitet. Bei Radialreifen sind die sogenannten Karkassfäden quer zur Laufrichtung des Reifens verbaut. Das optimiert die Kontaktfläche des Reifens auf dem Untergrund.
Steht hinter dem R noch ein F, fahren Sie mit Runflat-Reifen. Hier sind die Flanken der Reifen verstärkt, damit sie auch bei Druckverlust noch einigermaßen gut laufen.

Felgendurchmesser

Die letzte Ziffer der Reifengröße nennt Ihnen den Felgendurchmesser, der von Felgenrand zu Felgenrand gemessen und in Zoll angegeben wird. Die am weitesten verbreiteten Felgengrößen liegen zwischen 15 und 18 Zoll.

Tragfähigkeitsindex

Den sogenannten Tragfähigkeitsindex nennt man auch Lastindex oder Traglastzahl. Er sagt Ihnen, wie belastbar Ihr Reifen ist. Aus der maximalen Belastung Ihres Reifens ergibt sich eine Kennziffer, die auf dem Reifen vermerkt ist und die Sie einer Lastindex-Tabelle entnehmen können. Zum Beispiel:

Last-Index Last je Reifen in kg
50 190
55 218
60 250
65 290
70 335
75 387
80 450
85 515
90 600
95 690
100 800
105 925

 

Diese Belastbarkeitswerte erreichen Sie bei einem Reifendruck von 2,5 bar. Bei einem geringeren Reifendruck, wird auch die Tragfähigkeit Ihrer Reifen geringer.

Geschwindigkeitsindex

Nach dem Tragfähigkeitsindex werden Sie mit einem Buchstaben über den Geschwindigkeitsindex Ihres Reifens informiert. Dieser Buchstabe gibt an, für welche maximale Geschwindigkeit der Reifen zugelassen ist. T bedeutet zum Beispiel, dass der Reifen mit einer Geschwindigkeit bis zu 190 km/h gefahren werden darf. Der Geschwindigkeitsindex ist auch in Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil 1 unter den Ziffern 15.1. und 15.2. vermerkt.

Laufrichtungsbindung

Hat Ihr Reifen ein besonderes Profil, finden Sie auf der Reifenflanke oft einen Pfeil mit der Bezeichnung „Rotation“, „Direction“ oder „Drehrichtung“. Es ist in diesem Fall wichtig, dass Sie den Reifen unbedingt in Laufrichtung aufziehen oder aufziehen lassen.

Tubeless

Die Bezeichnung „Tubeless“ meint, dass der Reifen keinen Schlauch mehr hat, was aber heute ohnehin nicht mehr erlaubt ist.

Winterreifen

Echte Winterreifen erkennen Sie am Reifen an dem Symbol der drei Berggipfel mit einer Schneeflocke. Das Kürzel M+S steht auch auf Ganzjahresreifen, die Sie ebenfalls im Winter fahren dürfen.

DOT-Nummer

DOT steht für die Straßenverkehrsbehörde der USA, das Department of Transportation. Die DOT-Nummer informiert Sie über das Produktionsdatum eines Reifens und steht in einem Oval. „1216“ zum Beispiel bedeutet, dass Ihr Reifen in der 12. Kalenderwoche des Jahres 2016 hergestellt wurde. Achten Sie darauf, dass Ihr Reifen nicht älter als sechs Jahre ist.

E-Prüfzeichen

Das E-Prüfzeichen bestätigt, dass bei der Produktion Ihres Reifens die Norm ECE-R30 für Pkw-Reifen eingehalten wurde. Das E-Prüfzeichen ist seit 1998 Pflicht und Voraussetzung für Ihre nächste TÜV-Plakette.

Text: André Lorenz

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