SUV mit Roadster-Feeling – VW T-Roc Cabrio


Der VW–T Roc Cabrio. Perfekt für Geländeausflüge aber auch für schöne Sommertage.

 

Schon merkwürdig: Da bemühen sich die Autohersteller, möglichst jedes noch so kleine Segment zu besetzen. Doch ein eigentlich stimmiges Konzept behandeln fast alle sehr stiefmütterlich, ja ignorieren es gar – nämlich das SUV als Cabrio. Dabei ist die Kombination aus geöffnetem und zugleich geländegängigem PKW unter Kunden schon seit gut 80 Jahren äußerst populär. Das beweist zweifellos der Erfolg des Jeep Wrangler: Denn ausgerechnet der Urahn aller Off-Roader ist seit jeher ausschließlich als Frischluft-Fahrzeug zu haben.

 

Edel-Konkurrent Range Rover versuchte sich bei der ersten Generation seines schicken Evoque ebenfalls mit einer Faltdach-Variante; genauso so offen wie jener ist aber derzeit die Entscheidung, ob der aktuelle Nachfolger ebenfalls eine Cabrio-Version bekommt. Doch nun erhält die Idee des SUV mit Stoffdach mächtig Auftrieb. Denn Volkswagen, immerhin der größte Autokonzern der Welt, öffnet als nun einziges Modell seiner Kernmarke seinen Crossover T-Roc.


Es ist somit zum Nachfolger des Klassikers Golf Cabrio und des eher glücklosen Eos auserkoren. Was ein durchaus logischer Schritt ist: Es gilt als durchaus möglich, dass der T-Roc in nicht allzu ferner Zukunft den Golf als Deutschlands beliebtestes Auto ablöst.

Ausflüge in den Bergen machen dank dem ''Dach'' gleich doppelt so viel spaß.

 

Das Golf Cabrio, dank des Bügels bei früheren Baujahren auch gerne als „Erdbeerkörbchen“ bespöttelt, galt ja immer als die Vernunftlösung unter den offenen Autos; übliche Cabrio-Attribute wie Eleganz oder gar Sportlichkeit unterstellten ihm nicht mal seine zahlreichen Fans. Dafür war es praktisch, bot Platz für vier Insassen sowie mittelgroße Einkäufe.Und verfügte natürlich über die VW-typische völlig problemlose Bedien-Ergonomie, mit der jeder Führerschein-Frischling problemlos klar kam. Der Giolf, das war das klassenlose Cabrio von nebenan.

Genau dieser Ansatz findet sich nun auch beim offenen T-Roc: Der wirkt, zumindest solange er geschlossen ist, vor allem solide und zuverlässig. Das betrifft das Design, auch wenn der Anblick eines Autos mit erhöhter Bodenfreiheit und Faltdach zuerst immer noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. Das betrifft aber auch die Fahrt mit geschlossenem Dach: Die unterscheidet sich kaum von der des normalen T-Roc. Das hochwertige Stoff-Verdeck erzeugt auch bei Autobahntempo kaum nervige Windgeräusche. Blickt man, wie es sich gehört, nach vorne auf die Fahrbahn, oder auf das aufgeräumte (auf Wunsch virtuelle) Cockpit, wähnt man sich in einem ganz normalen SUV.

Wie im Flugzeug! Ein riesen cockpid und egal wie viele Schlaglöcher, man spührt sie nicht.

 

Das ändert sich ziemlich deutlich, wenn man das Dach per per Knopfdruck in neun Sekunden hinter die Rücksitze faltet. Das ist bis Tempo 30 möglich, also direkt nach dem Start im Wohnviertel, oder, wenn der Regen der Sonne gewichen ist, schlank und elegant während der gemütlichen Durchfahrt eines Autobahn-Rastplatzes. Der Unterschied zum Golf Cabrio, und fast allen anderen offenen Autos, wird dann sofort klar, und fällt offen viel deutlicher als geschlossen: Dass man sitzt nämlich spürbar höher sitzt als in einen normalen Kompaktwagen. Die Insassen  thronen förmlich über dem Asphalt.

Das liegt natürlich einerseits an der erhöhten Bodenfreiheit eines SUV. Aber auch innerhalb der Karosserie sitzt der Fahrer recht weit oben, und somit recht nahe an der Oberkante Windschutzscheibe. Das ergibt überraschenderweise ein Cabrio-Feeling, wie man sonst nur aus kleinen Roadstern kennt. Auch wenn alle Scheiben und das Windschott – das wie so oft die beiden hinteren Plätze blockiert – oben sind, gibt´s spürbar Frischluft-Zufuhr.

Für alles gewappnet. Egal ob lange Möbel transportiert werden müssen, einen spontaner Ausflug mit der Familie am Wochenende unternommen wird oder beides. Die Sitze lassen nämlich sich total leich und schnell umklappen

 

Sind Scheiben und Schott aber unten, mutiert das T-Roc Cabrio tatsächlich zur Fun- und Fahrtwind-Maschine, die man so Volkswagen gar nicht zugetraut hätte. Man fühlt man sich deutlich näher an der Natur (beziehungsweise dem umgebenden Verkehr) als in manchem anderen Cabriolet. Vor allem für großgewachsene Fahrer könnte es aber, auch mit dem Sitz in tiefster Stufe, nach oben hinaus sogar etwas knapp werden, so dass eventuell der Scheibenrahmen das Blickfeld etwas stört. Zumal der, und die A-Säulen, nach solider VW-Manier natürlich ordentlich bemessen sind.

Aber passen denn auch die Fahreigenschaften zu dieser Art hochgeschraubten Roadster? Von der Leistung des Benzinmotors her alle mal. Jedenfalls wenn man mit den 150 PS unterwegs ist, mit denen der Cabriolife-Testwagen ausgestattet war (die 115-PS-Version taugt wahrscheinlich eher zum entspannten Boulervard-Cruisen). In Zusammenspiel mit dem optionalen, schnell schaltenden Siebengang-Doppelkuplungsgetriebe legt das SUV gut los. Und da einem offen sowieso alles schneller vorkommt als in einem geschlossenen Fahrzeug, ist zumindest gefühlt recht sportlich unterwegs.

Soweit dies mit Frontantrieb möglich ist. Die Lenk-Einflüssen hat VW aber gut im Griff, das neutrale Fahrwerk erlaubt präzise Fahrten auch durch enge Kurven. Auch bei der Federung fahren die Wolfsburger wie stets einen guten Mittelweg zwischen Komfort und Sportlichkeit.

150 PS, von 0 auf 100 in 9,6 Sekunden und bis zu 205km/h schnell und trodsdem noch so einen riesen Kofferraum.

 

Alles in Allem ist dieses neue Cabrio also ein ganz normaler, solider T-Roc, wie er schob viele Fans gefunden hat – plus einem kräftigen Frischluft-Zuschlag, wie ihn Cabrio-Fahrer eben lieben. Den lässt die VW freilich gut entlohnen: Mindestens 27.495 Euro kostet der Spaß mit 115 mindestens, das ist über 6000 Euro mehr, als für die gleich starke Basis eines geschlossenen T-Roc fällig werden. Aber Cabriofahrer sind es ja gewohnt, dass Autohersteller für ein festes Dach weniger mehr Geld verlangen; da macht VW keine Ausnahme.

Auch nicht beim Antrieb; mit Allrad ist dieses SUV nämlich nicht zu bekommen. Eventuell später, wenn die 300 PS starke R-Version des T-Roc ihr Dach weg bekommt. Wer bis dahin oben ohne durchs Gelände toben will, der muss also weiterhin zum Jeep Wrangler greifen.

 

Technische Daten – VW T-Roc Cabrio 1.5 TSI DSG
  • Motor: Vierzylider-Benziner
  • Länge/ Breite/ Höhe: 4268/ 1811/ 1522 mm
  • Gewicht: 1487 kg
  • Verbrauch: 6,4 l/100 km
  • CO2: 144 g/km
  • Effizienzklasse: B

 

Text und Bilder: Volkswagen AG

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